Blockchain. Warum, wie und was?

Die Blockchain ist schon fast allgegenwärtig. Eine der bekanntesten Anwendungen ist Bitcoin. Das Potential der Blockchain scheint immens zu sein. Nachfolgend finden Sie in kurzer und knapper Zusammenstellung die wesentlichsten Fragen und Erläuterungen. Frei von Fachbegriffen wie Ledger, Hash, Smart Contract, Double Spending, Transaktionsdaten, Kryptographie, Peer-to-Peer, Token, PoW, Mining, Fork oder ICO.

Heute … und vor über 20 Jahren

Erinnern Sie sich? Das Internet wurde in etwa wie folgt beschrieben: «Verbund von autonomen Systemen. Jeder kann sich mit jedem verbinden. Vernetzung über standardisierte Protokolle. Veränderung in vielen Lebens- und Berufswelten. Modernisierung. Entstehung von neuen Wirtschaftszweigen».

Erkennen Sie Parallelen? Genau, in etwa so wird heute Blockchain beschrieben.

Wie bei einigen anderen technologischen Entwicklungen auch, werden die aktuellen Auswirkungen wohl wiederum überschätzt, die langfristigen Veränderungen jedoch unterschätzt. Unabhängig davon, ob mit bekannten Schlagworten wie bspw. Automatisierung, Standardisierung, Prozessoptimierung oder Kostensenkung noch eine besondere Aufmerksamkeit gewonnen werden kann. Das vorhandene Potential scheint mindestens vergleichbar mit dem Internet zu sein.

Die Aufgabe der Blockchain

Auf eine Definition der Blockchain verzichten wir hier. Wichtig scheint jedoch, dass die Aufgabe der Blockchain verstanden wird. Eine nicht technische und interessante Erklärung finden wir bei der Beschreibung des Problems der byzantinischen Generäle. Oder wie es Daniel Drescher perfekt zusammenfasst: «Sicherstellung der Integrität und des Vertrauens in einem verteilten System unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen (siehe http://www.blockchain-basics.com).

Was uns bevorstehen wird

Durch die vermehrte Nutzung von verteilten Systemen entstehen viele neue Geschäftsmodelle. Dabei verlagert sich die Abwicklung von vielen Tätigkeiten weg von vermittelnden Instanzen (bspw. Banken, Versicherungen, Handelsfirmen, Regierungen, Immobilienverwaltungen) hin zu direkter Abwicklung zwischen Anbieter und Verbraucher. Die Blockchain hat die nächste Phase der Digitalisierung eingeläutet.

ERP und Blockchain?

Im Buch Live aus dem Krypto-Valley (www.versus.ch) beschreiben die Autoren Michael Lewrick und Christian Di Giorgio eindrücklich die Wertverschiebung. Wo bisher die Applikationen (also auch die ERP Systeme) die Daten, die Assets und die Koordination übernommen haben, übernimmt dies neu das Blockchain-Protokoll. Somit können auch Regelwerke, Ablaufsteuerungen, Interaktionen und Kontrollmechanismen durch die Blockchain ausgeführt werden. Damit verbunden ist auch die Wertverschiebung. Von der Applikation in das Protokoll. Ein effizientes System skaliert jedoch erst, wenn eine grössere Anzahl von Nutzern vorhanden ist. Könnte dies bedeuten, dass wiederum Branchenlösungen entstehen können? Wären wir dann wieder beim Begriff (XaaS) X-as-a-Service?

Aktuell noch ein Hype in der ERP-Welt? Wahrscheinlich noch schwierig die Komplexität zu akzeptieren? Die Fähigkeit, in dezentralen Systemen zu denken, ist noch zu entwickeln (sicherlich zutreffend für den Autor dieses Blogs). Auch dazu bestehen statistische Aussagen. Eine davon sagt aus, dass bis 30% der Wertschöpfung von zentralen Systemen (bspw. ERP) in die Blockchain verschoben werden könnten. Die Rechtfertigung dieser Aussage bezieht sich auf autonome Abläufe, sinkende Lizenz- und Transaktionskosten, höherer Integrität und auf mögliche Anwendungsmuster wie:

  • Patente
  • Lizenzcode
  • Adressen
  • Lieferungen
  • Zahlungen
  • Nachweise
  • Regelkonformitäten
  • Aktenführung

2019 Blockchain Informationsblatt zum freien Download

 

Veröffentlicht am 20. April 2019

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