Dienstleister und ERP-Systeme

Titel Dienstleistungsunternehmen

Gunter Dück bringt zu Beginn seines Buches „Aufbruch! Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen“ (Frankfurt am Main: Eichborn, Januar 2010, ISBN 978-3-8218-6514-0) ein eindrückliches Beispiel für die Leistung, die während der Industrialisierung vollbracht wurde: eine Dose Pizzatomaten kann für 29 Cents (in der Schweiz für 89 Rappen) im Supermarkt gekauft werden. Dafür hat der Hersteller Setzlinge gekauft und grossgezogen, die Tomaten geerntet und verarbeitet, eine Druckerei hat Etiketten gedruckt, es wurden Dosen geliefert, befüllt und in den Handel gebracht. Alles für 29 Cent (89 Rappen). Stellen Sie sich vor, Sie machen das selber, kaufen Tomatensetzlinge à CHF 1,65 in der Gärtnerei… merken Sie etwas?

Er vergleicht das mit einem Besuch des Versicherungsvertreters der Ihnen eine neue Police für die KFZ-Versicherung verkaufen möchte. Dieser schreibt den Fahrzeugschein ab, notiert die KFZ-Nummer, diskutiert mit Ihnen über die Jahreskilometer blättert in Risikotabellen, füllt die Bankverbindung ins Formular ein… Der Besuch dauert eine halbe Stunde. Hinzukommen An- und Abfahrt (zusammen 1 Stunde) sowie die Zeit für die Erfassung der Daten im Büro (eine halbe Stunde) sowie Ihr entfallener Lohn, umgerechnet über 300 Dosen Tomaten.

Dienstleister mit Nachholbedarf

Über dieses Beispiel und seine Konsequenzen lohnt es sich in vielerlei Hinsicht nachzudenken und zu lesen (siehe auch www.omnisophie.com). Eines ist jedoch sicher, der Dienstleistungssektor hat im Vergleich zum Industriesektor in vielen Bereichen Nachholbedarf. Und es tut sich sehr viel. Aber viele Dienstleister tun sich schwer mit klaren Strukturen. Da ERP-System genau dies benötigen, tun sich Dienstleister häufig auch schwer mit ERP-Lösungen.

Um die Flexibilität hoch zu halten, arbeitet man als Dienstleister mit selbst gebauten (selbst gebastelten?) Lösungen bei denen eine gewisse Tabellenkalkulation eine zentrale Rolle spielt (glauben Sie mir, ich kenne das aus eigener Erfahrung). In diesen ERP-Ersatz-Lösungen kann zwar sehr viel möglich gemacht werden (mal fakturieren Sie so, mal anders, je nach Kundenwunsch). Der Aufwand ist jedoch enorm. Und Nutzen im Sinne zuverlässiger und schneller Auswertungen, Kennzahlen, Übersicht und Chancenauswertung gibt es nicht.

Chancen für Dienstleister

Dienstleistungsunternehmen unterscheiden sich gerade in den Prozessen grundlegend von Insdustrie- und Handelsfirmen. Sie verfügen häufig weder über ein konkretes Produkt noch über einen Maschinenpark. Das Produkt (die Dienstleistung) muss je nach Bedarf an die jeweils aktuellen Bedürfnisse des Kunden angepasst werden.

Gerade bei Dienstleistern ist daher das Wissen über die Kunden, deren Aktivitäten und Bedürfnisse sowie ihre Projekte essentiell. Gleichzeitig ist der Umgang und der effiziente Einsatz  mit den internen Ressourcen grundlegend für den Erfolg. Anbieter von ERP-Systemen wissen dies aus eigener Erfahrung. Es gibt am Markt bereits eine gute Zahl an spezialisierten Anbietern und ERP-Lösungen. Die Spezialisierung richtet sich häufig nicht nur an Dienstleister im Allgemeinen sondern an Dienstleistungsbranchen wie IT-, Engineering- und Beratungsdienstleister, Treuhänder oder auch Anwälte.

CTI: die Integration des Telefons in die Prozesse des ERP-Systems sollte bei Dienstleistern Standard sein

CTI: die Integration des Telefons in die Prozesse des ERP-Systems sollte bei Dienstleistern Standard sein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht am 8. Mai 2014
1 Kommentar

Kommentar schreiben