„Greenfield“ an der Eschenstrasse

greenfield

Was eine Baumaktion mit der „greenfield“ – Einführung von Software zu tun hat? Lesen Sie selbst …

Am 13.3. war es so weit. Der alte Baum in unserem Garten wurde gefällt, nachdem ein Sturm den benachbarten Baum zum Einsturz brachte und das restliche Gefüge zu wanken drohte. In einer spektakulären Aktion wurde der Baum in 4 Teile zerlegt und schrittweise von einem Helikopter abtransportiert. Was über Jahrzehnte entstand wurde im Nu bodeneben gemacht. Der Baum war zu einem Risiko geworden und musste einem Neuanfang weichen.

Greenfield Approach in ERP-Projekten

Vom Spektaktel aus unseren laufenden Projekten herausgerissen, beobachteten wir das Geschehen und unterhielten uns über Parallelen zu den von uns betreuten ERP-Einführungen. Gerade kürzlich durften wir in einem Business Case erneut eine Rollout-Strategie ausarbeiten. Der Kunde, ein internationales, mittelständisches Industrieunternehmen mit mehreren Standorten in Europa, ging der Frage nach, welches das beste ERP-System für die Zukunft wäre und welches Implementationsverfahren („greenfield“ vs. brownfield“ bzw. „big-bang“ vs. „step-by-step“) zu bevorzugen sei. Neben System- und Partnerwahl kann das Einführungsverfahren in Bezug auf Funktionalität bzw. Scope und Standorte entscheidend sein für den kurz- und mittelfristigen Erfolg. Wir hatten uns bereits in anderen Blogs mit dem Thema Rollout-Strategien beschäftigt, daher halte ich mich an dieser Stelle kurz. Der referenzierte Blog sowie die folgende Grafik sollen einige Leitgedanken für die individuelle Abwägung in ihrem Unternehmen geben.

Eines ist in diesem Kontext jedoch ganz zentral: Ein Unternehmen muss die Strategie stets individuell festlegen und Chancen und Risiken sorgfältig gegeneinander abwägen. Vieles spricht für einen „greenfield“ Ansatz, insbesondere angesichts des heute weit verbreiteten Wunsches nach mehr Standardisierung, „Decomplexity“ und neuen Geschäftsmodellen. Einem Unternehmen, welches eine „greenfield“ Einführung erfolgreich meistert (dazu ist ein äusserst starkes Projekt- und Change Management unabdingbar!), winken tendenziell grössere Nutzengewinne, eine kürzere Projektdauer, sowie geringere mittel- und längerfristige TCO. Auf der andern Seite wird die Organisation in der Übergangsphase ganz schön gefordert. Die Situation muss daher im individuellen Kontext hinsichtlich Risiken und Machbarkeit beurteilt werden.

Zurück zu unserem Garten. Während wir also am Fenster standen und unseren alten „Freund“, den Baum, davon fliegen sahen, konnten wir sehr gut nachvollziehen, wie es unseren Kunden ergehen muss, wenn gewachsene Strukturen abgelöst werden und einem Neuanfang weichen müssen. „Hätte der Baum denn nicht auch einfach gestützt oder verkürzt werden können?“ – Nach einem wehmütigen Moment erkannten wir, dass durch die Veränderung im Garten nicht nur die Risiken gesenkt sowie die Sicht- und Platzverhältnisse verbessert werden konnten. Wir stellten ausserdem freudig fest, dass uns im Begegnungsraum mit unseren Kunden nun vermehrt die Sonne entgegen lachen wird. Der Raum für ein neues „Ökosystem“ wurde geschaffen. „Greenfield“ erfolgreich gemeistert!

greenfield baum

Veröffentlicht am 19. März 2017

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