Innovationen von ERP-Anbietern

Innovative_ERP-Systeme

Viele öffentliche Beiträge von ERP-Anbietern und -Beratern in der Schweiz wachsen im Marketing-Märchenland. Wer sie liest hat den Eindruck, alles ist in bester Ordnung: Wir verfügen nur über optimale ERP-Systeme und die Kunden sind eigentlich rundum zufrieden. Zweifelsohne haben wir hier in der Schweiz einen hohen Standard mit vielen guten Fachleuten und Lösungen. Aber die ERP-Branche muss wachsam sein. Sonst werden viele rechts und links überholt bevor sie „papp“ sagen können. Im Plädoyer für agilere ERP-Anbieter habe ich für ERP-Anbieter geworben, die mutiger innovative Ansätze vordenken, prüfen und umsetzen. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, warum wir Handlungsbedarf sehen.

ERP-Anbieter mal ganz sexy?

Die allermeisten ERP-Systeme bieten ein CRM-Modul oder zumindest CRM-Funktionen an. Der Umfang der Funktionen ist sehr unterschiedlich. Er reicht von „Adressverwaltung“ bis zu einem kompletten Cockpit mit Kampagnen-Assistenten und Auswertungen für das analytische CRM. Manche Lösungen setzen CRM gleich mit Marketing, andere haben verstanden, dass es bei CRM und eine ganzheitliche Sicht der Kundenbeziehungen geht.

Bei den meisten ERP-Systemen im Funktionsumfang enthalten ist die Möglichkeit, für Kampagnen Adressen zu selektieren und E-Mails an diese zu verschicken. Dabei können Betreff, Anrede und Text definiert werden, das ERP-System übernimmt den Versand über das hausinterne Mailsystem und erfasst, wer die Mail aus der Kampagnen bekommen hat.

Wer professionelle E-Mails verschickt weiss, dass dieser Funktionsumfang kaum ausreicht um erfolgreich zu informieren. Zudem ist das Vorgehen äusserst problematisch. Der Funktionsumfang ist nicht ausreichend weil die Organisatoren:

  • E-Mails für Kampagnen ansprechend gestalten können wollen
  • Das Design sowohl auf verschiedenen Endgeräten gut aussehen muss
  • Wissen möchten, wer eine Mail geöffnet hat
  • Registrieren möchten, wer wie geantwortet hat
  • die nächsten Schritte der Kampagnen in Abhängigkeit des Verhaltens durchführen u. v. m.

Problematisch ist das Vorgehen, weil:

  • Kunden sich bei Standardmails nicht aus dem Verteiler austragen können
  • Die Chance hoch ist, dass viele Mails als Spam eingeordnet und nicht gelesen werden
  • Das Risiko besteht, als Spammer gelistet zu werden u. v. m.

Spezialisierte Mailingtools wie Mailchimp, Evalanche oder andere bieten die benötigten Funktionen bereits heute. Die Technologie und die Funktionen sind also verfügbar. Diese Tools lassen sich an ERP-Systeme anbinden. ERP-Anbieter könnten auf diese Technologie zurückgreifen und eine Integration vornehmen. Oder sie könnten die Funktionalität selber als Service für Ihre Kunden bereitstellen. Kunden würde damit effizienter arbeiten.

Einige ERP-Anbieter haben die Anbindung oder den Service im Portfolio. Leider meistens als Einbahnstrasse: Adressen können in das Mailingtool exportiert werden, es fliessen jedoch keine Informationen zurück an das ERP-System. Trägt sich ein Empfänger aus der Liste aus, muss ein Anwender im ERP-System diese Information von Hand in das ERP-System übertragen. Erfasst ein Interessent seine Kontaktdaten in einem Formular, müssen diese manuell in das ERP-System übertragen werden.

Beispiele wie diese gibt es viele, wie diese, sei es in der Planung, der Lagerverwaltung, dem -e-Commerce oder der Personaladministration. ERP-Anbieter können durch vorhandene Technologie massgebend bessere Lösungen generieren.

ERP-Trendthemen richtig durchdacht

Die ERP-Branche fokussiert sich derzeit auf Themen wir Big Data, Business Intelligence, Mobilität und Industrie 4.0 mit dem Internet der Dinge. Das ist gut wenn hier innovative Lösungen entstehen. Aber Mobilität ist kein Wert für sich, grosse Datenmengen auszuwerten hilft nur wenn man weiss wofür die Auswertung gebraucht wird und sie wirklich braucht und Industrie 4.0 bedingt Konzepte, die weit über ERP-Systeme hinausgehen. Nicht nur bei diesen Trendthemen sondern auch in vielen anderen Bereichen geht es weiter. Erfolgreich sein werden diejenigen, die erkennen wozu die Trends in den anderen Bereichen genutzt werden können.

Veröffentlicht am 4. November 2015
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