Intercompany – Erfolgsfaktoren im ERP-Projekt (Teil 5)

Intercompany-Prozesse in ERP-Systemen

Viele haben bei der ERP-Evaluation und -Einführung die jeweils aktuellen Trend im Focus. Derzeit: Cloud-Computing, Big-Data und der Einsatz mobiler Endgeräte (Mobility). Das sind ohne Frage spannende und wichtige Themen. Nur machen sie für sich genommen den Erfolg einer ERP-Lösung nicht aus. In dieser Serie zeigen wir Ihnen, welche Themen Sie in Ihrem ERP-Projekt berücksichtigen sollten um die volle Leistung des neuen Motors auf die Strasse zu bringen.

In dieser Serie:

  1. Dokumentenmanagement
  2. Automatisierung
  3. Suchen und Finden
  4. Datenqualität
  5. Intercompany-Prozesse und Vernetzung 
  6. Betriebskostenrechnung

Intercompany

Mit Intercompany-Prozessen sind die Abläufe gemeint, die zwischen Bereichen eines Konzerns oder einer Firmengruppe realisiert werden (z. B. Intercompany-Abstimmung von Konten). Die Prozesse können unterschiedliche Automatisierungsgrade haben. Die reine Übertragung von Daten ist sicher hilfreich, da manuelle Erfassungsarbeit entfällt. Die Muttergesellschaft holt sich beispielsweise die Kontostände ihrere Tochtergesellschaft nachdem dort der Abschluss gemacht worden ist.

Interessanter und wichtiger aber auch anspruchsvoller sind Intercompany-Prozesse, die stark automatisiert sind. Ein Beispiel: Eine Firma verfügt über vier Standorte: einen Produktionsstandort in der Schweiz, eine Vertriebsgesellschaft in der Schweiz, eine Vertriebsgesellschaft im Ausland und eine Holding. Der Produktionsstandort verfügt über Lagerkapazitäten für Rohstoffe, Halbfertig- und Fertigprodukte. Die Verkaufsgesellschaften führen lediglich kleine Lager für Produkte mit sehr hohem Umschlag.

Kommt es zu einem Auftrag wird in der Regel Ware vom Lager des Produktionsstandorts direkt zum Kunden geliefert. Der Auftrag wird jedoch in der Verkaufsgesellschaft erfasst. Dieser stellt auch die Rechnung an den Kunden. Der Waren- und Wertefluss zwischen Verkaufs- und Produktionsgesellschaft sowie dem Kunden muss systemtechnisch korrekt abgebildet werden. Die interne Rechnungsstellung wird dabei vollständig automatisiert. Der Produktionsstandort verrechnet an die Verkaufsgesellschaft ohne, dass hier ein Buchhalter noch Hand anlegen muss. Neben diesem einfachen Beispiel für einen Intercompany-Prozess müssen auch alle anderen Fälle, die in einer Organisation dieser Art auftreten können, automatisiert werden: z. B. Retouren, Umlagerungen, Vermietungen, Service vor Ort. Für die Verkaufsgesellschaft spielen zusätzlich der Wechselkurs, die Zollabwicklung und evtl. abweichende gesetzliche Vorgaben wie der Gefahrguttransport, REACH, Eurostat eine Rolle. Hier ist es für den Kunden eines ERP-Systems sicher hilfreich, wenn der ERP-Anbieter von sich aus die notwendigen Aktualisierungen einbringt und über entsprechende Erfahrung verfügt.

Weiterführende Informationen zu Intercompany-Prozessen finden Sie unter:

Vernetzung nach aussen

Mit dem Internet und dem Online-Handel hat der Kunde eine sehr hohe Transparenz, insbesondere was die Verfügbarkeit und die Preise von Markenartikeln und Substitutionsgütern angeht. Zwar gibt es noch gut Gründe seine Ware in der Nähe zu kaufen. Vieles spricht aber auch für einen Kauf, der sich nur auf Überlegungen zum Preis stützt. Daher werden immer mehr Waren beim günstigsten Anbieter und damit irgendwo auf der Welt gekauft. Wer sich als Händler in diesem Preiskampf positionieren möchte, muss hocheffizient in den Prozessen sein. Und dazu braucht es die richtigen Systeme. Dabei genügt es nicht die internen Prozesse auf Effizienz zu trimmen. Die gesamt Prozesskette muss optimiert werden in Bezug auf Kosten, Qualität und Geschwindigkeit. Dabei spielen die Geschäftspartner, deren Systeme sowie das eigene Knowhow über die Applikationen und Abläufe eine zentrale Rolle.

Die Qualität der Prozesse bezieht sich beispielsweise auf die Zuverlässigkeit der Daten und Algorithmen. Der Preiskampf wird heutzutage nicht mehr geführt, in dem Menschen das Netz nach Vergleichsangeboten durchsuchen und bei Bedarf von Hand die Preise der eigenen Produkt neu kalkulieren. Dazu ist der Markt meist zu gross, das Sortiment zu umfangreich und das Vorgehen zu langsam. Dass Systeme diese Arbeit übernehmen bedingt, dass man seine Kalkulation sehr gut im Griff hat und auf verlässlichen Daten aufbaut. Sonst bleibt am Ende des Handels evtl. nicht genug übrig.

Ein weiteres Beispiel für eine sinnvolle Vernetzungen ist die Auslieferung. Hat der Kunde einen Kauf abgeschlossen, möchte er die Ware i. d. R. schnell erhalten. Idealerweise erhält er eine Vorabinformation über die voraussichtliche Lieferung. Dies kann nur über Informationsaustausch zwischen dem Händler und dem Spediteur realisiert werden.

Beim Kauf über Verkaufsstellen (Point of Sale) interessiert den Kunden beispielsweise die Verfügbarkeit von Waren. Auch hier sind die Aktualität und die Verfügbarkeit der Informationen wichtige Qualitätsmerkmale. Durch die Vernetzung der Systeme können auch hier vollautomatische Prozesse realisiert werden.

Intercompny Vernetzung Hänlder

Gerade für Händler ist sind Vernetzung und damit Intercompany-Prozesse entscheidend für den Erfolg

Veröffentlicht am 1. Oktober 2014

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