IT-Strategie und deren Entwicklung

„Uns fehlt eine IT-Strategie“, haben Sie dies auch schon gehört? Was sind Anzeichen, dass die IT-Strategie fehlt? -> Wenn die Ziele unklar sind, die strategischen Herausforderungen unbekannt und die Massnahmen aufgrund von fehlenden Grundlagen getroffen werden müssen, dann fehlt wohl die IT-Strategie oder wichtige Elemente davon!

„Dann erstellt doch eine IT-Strategie“, kommt Ihnen dies bekannt vor? Was aber ist den eigentlich eine IT-Strategie und welchen Mehrwert soll sie stiften?

  • Die IT-Strategie schafft für das Unternehmen, die Mitarbeiter und für weitere Organisationen (bspw. ihrem IT-Dienstleister oder ihrem ERP-Anbieter) Klarheit. Klarheit durch Ziele und deren Kommunikation. Klarheit durch verbindliche Vorgaben und Stossrichtungen. Klarheit durch Anwendung und Berücksichtigung der gemeinsam erarbeiteten Richtlinien.
  • Die IT-Strategie ermöglicht gute und nachhaltige Entscheidungsgrundlagen. Sei es bei der Budgetierung, der Investitionsentscheidung oder dem personellen Ressourceneinsatz. Bei jeder Entscheidungsfindung sorgt die Berücksichtigung der IT-Strategie für einheitliche und auf die Ziele bezugnehmende Resultate.
  • Die IT-Strategie sorgt somit für geregelte Rahmenbedingungen. Diese wiederum ermöglichen effiziente und stufen-gerechte Entscheidungen.

Mögliches Vorgehen bei der Entwicklung der IT-Strategie

Sowohl in der Theorie wie in der Praxis gibt es die verschiedensten Bausteine, Erfahrungen und Tätigkeiten auf dem Weg zur IT-Strategie. Nachfolgende Punkte gehören zu den Kernelementen bei der Entwicklung der IT-Strategie. Sie können diese Punkte – fast beliebig – erweitern. Mit dem Weglassen sollten Sie jedoch sehr vorsichtig sein.

  • Stellen Sie die Ziele in den Vordergrund. Wo und was wollen sie optimieren, wo differenzieren, welche Leistungen wollen sie entwickeln, was muss und was soll wann unterstützt werden?
  • Erstellen Sie die SWOT-Analyse um die Stärken und Schwächen (interne Sicht, Ressourcen, Fähigkeiten) wie auch die Chancen und Gefahren (externe Sicht, Umwelt) zu ermitteln.
  • Legen Sie die Grundsätze und die Orientierung der Dienstleistungen fest. Wie sehen sie die Kunden, welche Synergien verfolgen sie, wie setzen sich die Kosten zusammen, welche Standards gilt es zu berücksichtigen, wie stehen sie zum sicheren Umgang mit den Daten?
  • Definieren Sie Massnahmen. Dabei empfiehlt es sich, sowohl organisatorische (bspw. durch die Einführung entsprechender Steuerungsgremien, durch Festlegung von Kennzahlen, durch Definition der Verantwortlichkeiten) wie auch inhaltliche (bspw. Identifikation, Analyse, Evaluation, Ausbau) Massnahmen zu definieren.
  • Starten Sie mit der Umsetzung. Fragen sie sich dazu, über welche Wege sie die Ziele erreichen wollen. Eignet sich eine Projektorganisation, eine direkte Steuerung durch die Geschäftsleitung, das Institutionalisieren von Gremien oder eine Kombination davon? Wo besteht welcher Leidensdruck, wer bringt sie vorwärts, wer legt Steine in den Weg, welche „günstigen Gelegenheiten“ ergeben sich.

Zusammenspiel der Unternehmens- und der IT-Ziele

Es gibt einige Risiken, dass die beiden Zielsetzungen (die vom Unternehmen und die der IT) auseinander gehen. Dies gilt es von Anfang an und regelmässig zu unterbinden. Umso wichtiger ist eine fortführende Abstimmung der Unternehmens-Strategie mit der IT-Strategie und umgekehrt. Technologische Entwicklungen, Änderungsmanagement, neue Services (bspw. SaaS, Cloud, Security, nach einem Release, …), angepasste Geschäftsmodelle, Integrationen, Übernahmen und Weitere können zu Divergenzen zwischen der IT- und der Unternehmenssicht führen. Dies kann zu folgenden Risiken führen:

  • Die IT-Strategie ist nicht mehr in allen Teilen konform mit der Unternehmens-Strategie
  • Die IT unterstützt Elemente der Unternehmensziele nicht mehr

IT-Strategie

Somit wird ersichtlich, dass eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit von grosser Bedeutung ist.

Fragen zur IT-Strategie

Mit der Entwicklung und Auseinandersetzung kreieren sie im Unternehmen eine abgestimmte Sicht und damit auch eine erhöhte Aufmerksamkeit und Berücksichtigung. Die IT-Strategie dient der Optimierung des Wertebeitrags der IT für das Unternehmen wie auch der Sicherstellung der Strategiekonformität. Zu folgenden Fragen und Themen (und einigen weiteren) soll die IT-Strategie Auskunft geben.

Planung und Führung: Produkt- und Systementwicklung, Unternehmens- und IT-Architektur, Benchmark, Technologische Entwicklungen, neue Feature und Funktionen, Prozessverbesserungen, Datenqualität, Controlling, Budgetierung, Meilensteine?

Entwicklung und Änderungen: Projekt- und Softwareentwicklungsprozesse, Sourcing-Strategie, Test- und Integrationsinfrastruktur (Strategie), Individualentwicklung, Mobilität, Change Management?

Betrieb und Prozesse: SLA und OLAs, ITIL-Prozesse, IT-Security, Reviews und Audits, Operations-Strategie, Verfügbarkeit, Überwachung, Knowhow?

Struktur der IT-Strategie

Viele Wege führen zum Ziel. Wichtig erscheint eine für das Unternehmen passenden (sprich in einer verständlichen Form und Sprache) Struktur. Besteht für die Unternehmensstrategie eine einzelne A4 Seite, wahrscheinlich wird dann die 360 Seiten umfassende IT-Strategie nicht erfolgreich umgesetzt werden. Spricht die Geschäftsleitung eine wenig ausgeprägte IT-Sprache, dann formulieren Sie die IT-Strategie in einer, mindestens den direkt Betroffenen bekannten Sprache. Setzen Sie auf Kommunikation und einen regen Informationsaustausch. Eine IT-Strategie aus der dunklen Kammer – mag sie noch so gut sein – wird die Anspruchsgruppen nicht zur Zufriedenheit abholen und integrieren. Der nachfolgende Strukturvorschlag ist somit mit Vorsicht zu geniessen. Priorität hat klar der gemeinesame Weg zur Strategie unter Beteiligung möglichst aller relevanten Personen und Interessensgruppen. Sprich die gemeinsame Entwicklung und Fortführung der IT-Strategie.

  1. Motivation und Ausgangslage
  2. IST-Analyse der bisherige Ziele, Standards und Stossrichtungen
  3. Analyse der Aufbau- und Ablauforganisation der IT, inkl. Ressourcen / Kompetenzen / Wissen / Lücken
  4. Marktanalyse
  5. Herausforderungen für die Zukunft aufgrund der Erkenntnisse aus der Analyse
  6. Festlegung der Zielsetzungen, bspw. mit einer Roadmap 2016 – 2022
  7. Massnahmenpakete
  8. Weitere Entwicklungen, Kooperationen, Standards, Initiativen
  9. Kontrolle (und deren Organisation) der Umsetzung und Berichterstattung

Die IT-Strategie umfasst inhaltlich mindestens die Bausteine für die Modellierung und Festlegung der IT-Governance, der Unternehmensarchitektur, der IT-Prozesse sowie der entsprechenden Ressourcen.

Mit der Entwicklung und Fortführung der IT-Strategie stellen Sie sicher, dass die Ziele klar sind, die strategischen Herausforderungen bekannt und die Massnahmen aufgrund von vorhandenen Grundlagen getroffen werden können!

Veröffentlicht am 26. Oktober 2015

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