Mobile Anwendungen in ERP-Systemen

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Die Verwendung mobiler Geräte ist in der Schweiz längst alltäglich geworden. Die Konsequenzen sind vielschichtig. Unser Konsumverhalten hat sich grundlegend geändert aber auch unsere Herangehensweise in der Problemlösung. Gedruckte Bedienungsanleitungen werden zwar geschätzt, aber Online-Videos sind mindestens gleichwertige Quellen. Die Anforderungen an die Anbieter mobiler Anwendungen haben sich grundlegend geändert. Anwenderinnen und Anwender erwarten, dass sie sich intuitiv erschliessen können, wie ein Gerät oder eine Anwendung zu bedienen ist. Anwenderkurse für mobile Geräte sind bisher jedenfalls kein florierendes Geschäftsmodell. All dies hat wesentlichen Einfluss auf den Umgang mit mobilen Anwendungen in Unternehmen.

Stand der Entwicklung im Bereich ERP

Auch ERP-Anbieter und ERP-Kunden haben mobile Anwemdungen sind seit längerem auf dem Radar. Die allermeisten ERP-Systeme bieten einen Webclient, Apps und diverse mobile Anwendungen wie Barcode-Leser oder eine mobile Zeiterfassung. Die ERP-Anbieter fahren hier jedoch unterschiedliche Strategien. Während die einen gezielt Tools für das Arbeiten fern von einem Festnetzanschluss auf dem Markt bringen, konzipieren andere ihre gesamte Software mobil. Gemeinsam ist allen, dass die Entwicklung stetig vorangeht, in vielen Bereichen jedoch noch in den Kinderschuhen steckt. Relativ weit ist die Entwicklung der Webclients auf PCs. Hier gibt es bereits Anwendungen, die ihren lokalen Pendents in Sachen Bedienung und Anpassbarkeit kaum mehr nachstehen.  Mehr Entwicklungspotenzial besteht bei Tablets mit Touchscreen und mobilen Kleingeräten, bei dynamischen Formularen und Busineslogik, die das Potenzial mobiler Anwendungen nutzen.

Auf Kundenseite werden mobile Anwendungen auch im Geschäftsalltag als sinnvoll erachtet. Und Erfolge sind unbestritten. Einer Studie von Techconsult im Mai 2015 zufolge, konnten Unternehmen, die vollständig auf Mobility setzten, ihre Leistungsbilanz um mehr als das Dreifache steigern gegenüber Unternehmen, die nur teilweise mobil arbeiten. Gleichzeitig gibt es Berührungsängste und Unklarheiten über Art und Umfang sowie über die sinnvolle Herangehensweise. Die Frage ist als nicht ob sondern wie.

Mobil-ERP-Strategie

Wie meistens bei übergreifenden Themen in Unternehmen lohnt es sich, vorab einige grundlegende Überlegungen zu Ausgangslage, Zielen und Vorgehen zu machen. Die Frage, was mit mobilen Anwendungen eigentlich erreicht werden soll, ist wesentlich für den Erfolg der Initiative. Wer ohne übergeordnete Mobil-Strategie punktuell Massnahmen definiert und umsetzt läuft Gefahr, unnötiges Lehrgeld zu zahlen.

Bei der Erarbeitung einer Mobil-ERP-Strategie sollten alle Bereiche einer Organisation frühzeitig involviert sowie die Strategie und Ziele der eigenen Organisation berücksichtigt werden. Gleichzeitig kann der Einsatz von mobilen Anwendungen auch einen Verlust von Kontrolle über die Informationen bedeutet. Der Umgang mit den Risiken sollte ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Überlegungen sein.

Heute stehen uns für die Umsetzung mobiler Anwendungen verschiedenste Lösungen zur Verfügung, sowohl im Bereich der Hardware als auch in der Software. Eine Strategie schafft eine Entscheidungsgrundlage, um aus dem breiten Feld der Möglichkeiten, schnell zu einer geeignete Lösung zu finden. Hier wird wichtig, was eingangs erwähnt wurde: die Mitarbeitenden sind sich aus eigener Erfahrung eine intuitive und reibungslose Bedienung mobiler Anwendungen gewohnt. Anwendungen in Unternehmen sind häufig aufwendiger und komplexer als Apps auf dem privaten Smartphone. Ein komplizierter Anmeldeprozess oder häufige Sicherheitsabfragen für mobile Anwendungen können von den Usern jedoch bereits als störend empfunden werden. Diese Überlegungen sollten in die Strategie mit einfliessen.

Potenzial

Die Unternehmen hatten den Fokus früh auf mobilen Anwendungen in der Logistik. Der Einsatz von Lösungen mit Barcodescannern ist heute weit verbreitet. Die heutigen Möglichkeiten mobiler Anwendungen gehen jedoch weit über die Registrierung von Waren hinaus. In Kombination mit Daten aus einer ERP-Software und daran angebundenen Anwendungen lassen sich sehr effiziente Lösungen für verschiedenste Herausforderungen in der Logistik realisieren. Wichtig ist hierbei, dass die ERP-Lösung die relevanten Daten in der benötigten Qualität zur Verfügung stellt.

Sehr grosses Potenzial besteht heute in den Bereichen Verkauf und Services. Mit der zunehmenden Verknüpfung von verteilten Daten entstehen laufend neue Anwendungsmöglichkeiten. Im Verkauf sind sowohl Informationen über Kunden als auch über aktuelle Leistungen und Verfügbarkeiten wichtig. Die Informationen können sowohl aus dem eigenen ERP-System als auch von externen Anwendungen abgefragt werden. Im Service ist das die installierte Basis, deren Geschichte, sich ändernde Parameter sowie der Hintergrund zum Kunden massgebend.

Mitarbeitende, die viel unterwegs sind, schätzen die Möglichkeiten, die ihnen über mobile Anwendungen zur Verfügung stehen. Wichtig ist auch hier, dass die Lösung genau an die Anforderungen des jeweiligen Aufgabengebiets angepasst ist. Ein Tablett kann für einen Verkäufer eine geeignete Möglichkeit darstellen, aktuelle Daten abzufragen. Für einen Servicetechniker, der Messwerte erfassen und verarbeiten muss, wird evtl. die Rechenleistung eines Laptops benötigt.

Veröffentlicht am 29. Juni 2015
1 Kommentar

[…] Frage, ob klassische ERP-Anbieter bereits ihr Rezept gefunden haben. – Brennende Themen wie Mobile-ERP, Digitale Fabrik, SaaS (Software-as-a-Service), Cloud Computing, IoT (Internet-of-Things), usw. […]

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