Online Formular – ein ERP Usability Beispiel

Anhand der Betrachtung eines Online Formular vertieft dieser Artikel die Thematik der Usability. Nachdem mein Kollege Reto Kessler bereits am 13. Juni zum Thema Usability von ERP-Systemen am Beispiel der Mobilität berichtete, beleucht dieser Artikel das Beispiel eines Online Formulars. Ein Online Formular (oft auch Web-Formular genannt) trifft man tagtäglich an. Sei es bei der Erfassung einer Bestellung, einer Online Umfrage, einer Reservation, eines Wettbewerbs und in vielen weiteren Situationen. Ein Online Formular ist (sehr) schnell erstellt, doch wie einladend ist es gestaltet?

Online Formular – Do’s

Ganz wichtig und ganz oben auf der Prioritätenliste soll bei der Erstellung eines Online Formular der Weg zum Ziel stehen. Als Anwender muss ich den Weg transparent und von Anfang an erkennen. Nichts ist störender, als eine weitere Seite, ein weiterer Schritt und nirgends eine Fortschrittsanzeige. Online Händler sind hier in der Regel vorbildlich. Sobald die gewünschte Ware ausgewählt ist, wird in einem Statusbalken der Fortschritt visualisiert. Adresse -> Artikel -> Verschicken -> Bezahlen -> Bestätigen. Beim Ausfüllen eines solchen Online Formular bekommen sie das Gefühl, zu wissen was sie noch erwartet und wann sie am Ziel ankommen werden.

Ebenfalls von Bedeutung ist ein konsistenter Stil, die Sprache des Nutzers und fehlertolerante Eingaben. Sind dazu noch sinnvolle Default Werte vorhanden, wird die Mühe bald eine Freude und das Ausfüllen des Online Formular schreitet positiv voran. Ein Dienst der diese Einfachheit, fehlertolerante Eingabe, Mut zur Lücke und den Weg zum Ziel (mit der steten Anzeige der aktuell gefundenen Einträge) gut aufzeigt ist beispielsweise unter search.ch zu finden.

Online Formular

Online Formular

Online Formulare sind keine Papiere die, weil es gerade ein Trend ist, online gestellt werden. Wichtig sind die Kürze, die Nutzerführung und das Design von Online Formularen und nicht zu letzt auch der Mut zur Lücke.

Online Formular – Dont’s

Vergessen Sie zuviel Text, es wird in einem Online Formular nichts gelesen. Wenn Text doch mal notwendig werden sollte (denken Sie an den ersten Satz in dieser Zeile), arbeiten Sie mit Bullets, die werden auch beim schnellen Lesen gesehen. In Online Formulare gehört zudem keine Werbungen und keine Happy Texte.  Und ausnahmsweise mal nicht gefragt sind Kreativität, Innovatives und Neues, der Anwender schätzt bei Online Formulare bewährtes und bekanntes. Weitere dont’s sind Texte in einem Eingabefeld (Ausnahmen bestätigen die Regel, beispielsweise beim Geburtsdatum) und unklare Fehlermeldungen.

Wer arbeitet damit, wo?

Die Anwender oder eine repräsentative Gruppe von Anwendern frühzeitig zu involvieren lohnt sich. Eine gute Orientierung bei der Erstellung und beim Design von einem Online Formular bietet der Leitsatz: „don’t make me think!„.

Grundsätze der Dialoggestaltung

Die Grundsätze der Dialoggestaltung sind in der Norm EN ISO 9241 beschrieben und festgelegt. Die Norm gilt nach der EU-Rechtsprechung als  Standard  zur Beurteilung der Benutzerfreundlichkeit bei der Arbeit am Bildschirm. Im Teil 110 ist die Dialoggestaltung beschrieben. Diese dokumentiert die bereits in diesem Artikel aufgeführten Do’s wie die Minimierung unnötiger Interaktionen, die Einfachheit, die Fehlertoleranz und eine minimale Erlernzeit. Eine Zusammenfassung aus dem Jahre 2006 dokumentiert zudem die Usability Normung. Kreativität, Innovation und Neues sind in vielen ERP-Themen gefragt, nehmen sie sich die Freiheit bei der Erstellung eines Online Formular darauf zu verzichten.

Bildquelle: 18.09.2014, tel.search.ch, Suche nach Heiner Ackermann Consulting AG in St. Gallen

Veröffentlicht am 21. September 2014

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