ERP-Projekte und Einführungsmethoden

Erfolgreiche Systemanbieter verfügen über systematische Methoden für die ERP- oder CRM-Einführung. Das ist nicht nur gut für das Kundenprojekt sondern hilft den langfristigen Erfolg eines Anbieters zu sichern. Wie aber erkennt man erfolgreiche Einführungsmethoden?

Systematische Einführung

Während der ERP- oder CRM-Evaluation stellen die Anbieter ihre Einführungsmethodik vor. Das ist gut so. Denn ein systematisches Vorgehen ist wie in der Evaluation auch im Einführungsprojekt unbedingt notwendig. Nur wenn allen Beteiligten klar ist, an was sie arbeiten, was sie zu tun haben und die Aktivitäten auf das gemeinsame Ziel abgestimmt sind, kann man einen Projektmanagementerfolg erwarten. Das gilt sowohl für die Mitglieder des System-Anbieters wie auch des Kunden.

Und in einer guten Evaluation wird vom ERP- oder CRM-Anbieter bereits Vorarbeit geleistet, die, bei systematischem Vorgehen in der System-Einführung, genutzt werden kann. Der Aufwand in der Einführung lässt sich damit oft reduzieren.

Methoden für die Einführung gibt es vermutlich so viele wie Anbieter. Einige orientieren sich an allgemeinen Projektmanagement Methoden wie IPMA oder PMI. Andere sind selbst entwickelt. Die präsentierten Diagramme lassen meist nur wenig auf die tatsächliche Systematik schliessen und schon gar nicht darauf, wie gut sie im Einzelfall umgesetzt wird. Obwohl der Anbieter über eine systematische Methodik für die Projekteinführung verfügt, verlaufen viele ERP- und CRM-Einführungprojekte chaotisch oder gehen sogar schief.

Projektmanagement: olé oder ohje?

Für ein erfolgreiches Projektmanagement bei ERP- und CRM-Einführungen braucht es zwei erfolgreiche Projektleiter, einen auf Kundenseite und einen auf Herstellerseite. Auf Kundenseite sind Erfahrung und Kapazität in der Regel die Engpässe. Auf Herstellerseite ist es oft nicht anders. Wenn die Projektleiterin oder der Projektleiter neben der aktuellen Einführung zwei weitere Projekte betreut und gleichzeitig noch Offerten erstellen muss um das Neukundengeschäft anzukurbeln, kann man davon ausgehen, dass dieser Spagat nicht gelingen wird.

Projektleiter der ERP-Anbieter machen Spagat zwischen Tagesgeschäft und Kundenprojekten

Die Einführungsmethodik sagt auch nichts über das Zusammenspiel der Projektteams aus. Bei Engpässen wird anbieterseitig gelegentlich auf Personal des Herstellers zurückgegriffen. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden. Wichtig ist jedoch, dass die neuen Personen über das Vorgehen im Bilde sind und keine widersprüchlichen Angaben machen. Sonst ist die Verunsicherung vorprogrammiert.

Und schliesslich ist es essentiell, dass die Projektleiterin/der Projektleiter ihr Handwerk versteht und praktiziert. Die Projektleitung des Anbieters muss zu einem gewissen Teil den Lead übernehmen. Denn oft gibt es verschiedene Lösungsmöglichkeiten in einer ERP-Einführung. Der Kunde muss, zusammen mit dem Anbieter entscheiden, welche für ihn die richtige ist. Das braucht Führung und Fingerspitzengefühl.

Der richtige Fokus in der ERP-Evaluation

Das jeder Anbieter seine eigene Einführungsmethodik favorsiert, liegt auf der Hand. Wichtig ist, dass sie nicht nur im Verkaufsgespräch als Diagramm existiert, sondern im Detail beschreibt, was von wem in welche Qualität geliefert werden muss. Ist diese Voraussetzung erfüllt hängt die Umsetzung in der Praxis von den Einzelpersonen und dort wesentlich von der Projektleiterin oder dem Projektleiter ab. Es lohnt sich also, hier genauer Bekanntschaft zu schliessen als auf schöne Methodengrafen zu setzen.

 

Veröffentlicht am 13. März 2014
1 Kommentar

Kommentar schreiben