ERP-System standardisiert?

Benötigt ein Unternehmen ein neues ERP-System, stellt sich unter anderem die Frage, ob eine standardisierte oder eine individuelle Lösung benötigt wird. Doch zunächst die Frage: Was ist standardisierte Software? „Der Begriff ERP ist die englische Abkürzung für Enterprise Ressource Planning. Unter dem Begriff ERP wird allgemein eine integrierte betriebswirtschaftliche Standardsoftware verstanden. Mit ihr lassen sich betriebswirtschaftliche Aufgaben aus den verschiedensten Bereichen eines Unternehmens (z.B. Finanzwesen, Produktion, Logistik, Personalwesen) IT-gestützt bearbeiten“ (Hesseler/Görtz (2007): Basiswissen ERP-Systeme: Auswahl, Einführung und Einsatz betriebswirtschaftlicher Standardsoftware).

Standardisierte Software bietet Vor- wie Nachteile. Prinzipiell sollte die Entscheidung für ein ERP-System immer in Abhängigkeit der vorliegenden, unternehmensspezifischen Anforderungen getroffen werden. Eine pauschale Aussage was richtig und was falsch ist gibt es also nicht. Unabhängig davon wird im Folgenden ein Überblick von Vor- und Nachteilen standardisierter ERP-Systeme gegeben.

Vorteile eines standardisierten ERP-Systems

Standardisierte ERP-Systeme haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu individualisierten Varianten günstiger in der Anschaffung sind. Daneben sind sie in der Regel deutlich schneller einsetzbar als individuell erstellte Software und bergen Vorteile in Wartung und Pflege. Da standardisierte ERP-Systeme auf bewährten Prozessen aufbauen, kann diese Lösung einem Unternehmen helfen, die eigenen Prozesse zu verbessern. Auch Schulungs- und Trainingsveranstaltungen sind bei standardisierten ERP-Systemen in den meisten Fällen bereits etabliert, womit ein eher geringes Risiko hinsichtlich Zeit- und Kostenerhöhung der Implementierung besteht. Ein weiterer Vorteil standardisierter ERP-Systeme liegt in der reduzierten Abhängigkeit von personenbezogenem Wissen und einer damit einhergehenden Vereinfachung kompetentes Personal ausserhalb des eigenen Unternehmens ausfindig zu machen. Als entscheidender Vorteil standardisierter Software lassen sich deren hohe Qualität und Stabilität nennen, die in den allermeisten Fällen deutlich über individuell erstellter Software liegen.

Nachteile eines standardisierten ERP-Systems

Ein Nachteil standardisierter ERP-Systeme besteht darin, dass selten ohne ein gewisses Mass an Customizing alle unternehmensspezifischen Anforderungen abgedeckt werden können. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass standardisierte ERP-Systeme auf bestimmten Hardware-Komponenten aufbauen, die bei Nichtvorhandensein im Unternehmen zugekauft werden müssen. Weiterhin verfügen standardisierte ERP-Systeme über umfangreiche Funktionalitäten, die zum Teil nicht benötigt werden, was sich negativ auf Einführung und Benutzerergonomie des Systems auswirken kann.

Unsere Empfehlung

Die Erfahrung unserer täglichen Arbeit führt zu der grundsätzlichen Empfehlung auf standardisierte Software zurückzugreifen. Die aufgeführten Vorteile gegenüber individueller Software, sprich der günstigere Preis, Vorteile in Pflege und Wartung, die Vorteile der Standardisierung (bewährte Basisprozesse, Stabilität und Qualität der Software, geringes Erfolgsrisiko, vergleichsweise hoher Verfügbarkeit von kompetentem Fachpersonal) machen deren Nachteile (häufig Notwendigkeit eines gewissen Masses an Customizing, Abhängigkeit von bestimmter Hardware-Komponenten, Vorhandensein nicht benötigter Funktionen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Benutzerergonomie) mehr als wett.

Veröffentlicht am 29. Januar 2014

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