SWOT – Erkenntnisse gewinnen

SWOT

Entscheidungsgrundlagen werden gerne und oft mit einer SWOT Analyse ergänzt. Dabei habe ich mich auch schon ertappt, dass die SWOT Darstellung als ein „wiedereinmal“ oder ein „sieht halt etwas professioneller aus“ Aspekt angesehen wird. Dann sollten wir die Arbeit lieber lassen und die Entscheidungsgrundlagen anderweitig anreichern. Nimmt man das Hilfsmittel der SWOT Analyse seriös und sorgfältig zur Hand, dann unterstützt es die strukturierte Problemerfassung und die damit verbundene, realistische Einschätzung der internen Stärken und Schwächen in der Verbindung mit den externen Chancen und Risiken. Die SWOT Analyse (Strenghts, Weaknesses, Opportunities, Threats) kann die Entscheidungsgrundlagen durch die Beschaffung der relevanten Informationen und die vereinfachte Darstellung komplexer Strukturen unterstützen und einen wesentlichen Erkenntnisgewinn liefern.

Neben dem oft eingesetzten Hilfsmittel zur Unternehmensstrategie stellt die SWOT Analyse auch einen Ansatz zur Entscheidungsfindung in der Evaluation und Einführung von ERP-Lösungen dar. Es lohnt sich somit, einen Blick in die Bestandteile und der möglichen Vorgehensweise zu riskieren.

Die Bestandteile der SWOT Analyse

Die Ermittlung der Stärken und Schwächen (interne Sicht, Ressourcen, Fähigkeiten) kann in folgenden, nicht abschliessenden Bereichen stattfinden:

  • Wertefluss / Wertekette
  • Erfolgsfaktoren
  • (Kern-) Kompetenzen
  • Ressourcen
  • Produkte

Die Ermittlung der Chancen und Risiken (externe Sicht, Umwelt) kann in folgenden, nicht abschliessenden Bereichen stattfinden:

  • Umwelt
  • Branche
  • Stakeholder
  • Mitbewerber
  • Kunden
  • Wirtschaft
  • Technik
  • Politik

 Die mögliche Vorgehensweise

Schritt 1

Starten Sie beispielsweise mit den internen Faktoren. Hilfreich ist oft eine vorherige Identifikation der entscheidenden Erfolgsfaktoren. In Relation zu diesen Faktoren können dann alle Stärken und Schwächen erfasst und dargestellt werden. Zu beachten ist, dass alle identifizierten Stärken und Schwächen relativ sind. Sie gewinnen erst durch ein Benchmarking gegen Mitbewerber oder Branchenstandards eine wirkliche Aussagekraft. Identifizieren Sie die Wettbewerbsvorteile und die Schwächen des Unternehmens / der aktuellen Systemlösung / … und beziehen Sie diese Analyse (in der Theorie) nur auf die Gegenwart. In der Praxis zeigt es sich allerdings, dass manchmal auch eine vorwärtsgerichtete Sichtweise zweckmässig sein kann.

SWOT_Schritt_1

Schritt 2

Im nächsten Schritt können Sie sich den Chancen und Risiken annehmen, welche sich für das Unternehmen aus Trends und Veränderungen in der Umgebung abzeichnen. Ein Kriterienkatalog kann auch hier eine wertvolle Hilfestellung bieten. Sie können die Schritte 1 und 2 auch tauschen, parallel entwickeln oder auch immer wieder Teile davon bearbeiten. Starten Sie mit den Faktoren, welche dem Team einfacher erscheinen. Im Schritt 2 gilt es speziell zu erwähnen, dass die Suche nach Chancen gewünscht, ja erforderlich ist. In der Praxis zeigt es sich, dass tendenziell die Risiken sehr umfangreich erfasst werden und teilweise schon fast als ein Ersatz eines Risikomanagement betrachtet werden, dies ist nicht der Sinn und Zweck der SWOT Analyse.

SWOT_Schritt_2

Schritt 3

Im dritten Schritt erfolgt die Zusammenfassung der Ergebnisse aus den Schritten 1 und 2. Somit stehen die Entscheidungsgrundlagen im Rahmen der SWOT Analyse zur Verfügung und können beurteilt werden. In diesem dritten Schritt werden die Ergebnisse also konkretisiert und in einer SWOT dargestellt (siehe Abbildung). Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung in diesem Schritt ist die Nicht-Pauschalisierung der Ergebnisse. Sie können die jedoch vermeiden, wenn Sie die Analyseergebnisse nummerieren und jeweils Argumente, Gründe und Beispiele hinzufügen. In einigen Vorgehensmodellen werden noch weitere Schritte aufgeführt (bspw. Schritt 4: Entscheidungsfindung). Da ich in diesem Blog die SWOT Analyse als einen Baustein in der Entscheidungsfindung betrachte, verweise ich hier lediglich auf die nächstfolgenden Schritte wie Strategiefindung oder Massnahmenerarbeitung.

Nach diesen drei Schritten können Sie beantworten, inwieweit und auf welche Weise Sie mit ihren gegebenen Ressourcen in der Lage sind, auf die zu erwartenden Veränderungen zu reagieren.

SWOT_Schritt_3

Mit der SWOT Analyse haben Sie ein Hilfsmittel zur lesefreundlichen und übersichtliche Darstellung zur Verfügung. Dank dem klaren Raster und der Systematik ist eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation möglich. Mit der SWOT Analyse kann zudem die Komplexität der Entscheidungsgrundlagen reduziert werden. Wie eingangs erwähnt, nimmt man das Hilfsmittel der SWOT Analyse seriös und sorgfältig zur Hand, dann unterstützt es die strukturierte Problemerfassung und die damit verbundene, realistische Einschätzung der internen Stärken und Schwächen in der Verbindung mit den externen Chancen und Risiken. Die SWOT Analyse kann Entscheidungsgrundlagen durch die Beschaffung der relevanten Informationen und die vereinfachte Darstellung komplexer Strukturen unterstützen und einen wesentlichen Erkenntnisgewinn liefern.

SWOT Muster (pdf, leer), gerne stellen wir Ihnen auch das Dokument im .ppt Format zu

Weiterführende Informationen

[1] SWOT Analysis, Strategy Skills, ISBN 978-1-62620-951-0

[2] SWOT-Analyse, openPM, 21.04.2015

[3] Checkliste SWOT-Analyse, KMU Beobachter, 21.04.2015

Veröffentlicht am 22. April 2015
2 Kommentare

Kommentar schreiben