Usability von ERP-Systemen (3)

Die Unterscheidung von echten Anforderungen und reinen „Wünschen“ ist im Anforderungsmanagement zentral. So auch beim Thema Usability. Und die ERP-Anbieter sind hier manchmal ganz schön in der Zwickmühle.

Alles mobil

Nicht selten treffen wir in Projekten auf Vorstellungen wie: „Das ganze ERP-System soll über mein Handy bedienbar sein“ oder „Meine Verkäufer sollen die Daten im CRM-App auf dem iPhone pflegen“. Technisch machbar ist das zwar, sinnvoll (wenn wörtlich genommen) aber derzeit eher nicht. Schon die Prüfung einer Rechnung auf kleinen Displays eines Smartphones ist alles andere als effizient. Die Usability bleibt hier  auf der Strecke. Nicht weil der Hersteller die Masken schlecht programmiert hat sondern weil das „Eingabegerät“, in diesem Fall das Smartphone schlicht nicht für die Erfassung von Daten sowie die Darstellung von grossen Dokumenten konzipiert ist. Etwas anders sieht es mit Tablet-PCs aus. Hier bieten sich mehr Möglichkeiten für mobile ERP-Funktionen.

Businessoftware auf dem Smartphone: Usability durch spezifische Funktionen und Masken

Businessoftware auf dem Smartphone: Usability durch spezifische Funktionen und Masken

Gleichwohl besteht der Wunsch, die modernen und verbreiteten Smartphones sinnvoll zu verwenden. Daher haben die meisten Anbieter heute spezifische Tools im Einsatz. Die Usability ist dabei unterschiedlich. Denn die Apps haben, da vom Kunden gefragt, eine hohe Aussenwirkung und werden logischerweise verkaufsfördernd eingesetzt. Kann sein, dass bei dem einen oder anderen App nicht der Nutzen für die späpteren Anwenderinnen und Anwender im Vordergrund stand. Es ist daher unumgänglich, sich für die eigene Organisation eine Strategie für den Einsatz der mobilen Geräte zurecht zu legen (lesen Sie dazu: Computerwoche.de: Die Tools der ERP-Hersteller) und darauf basierend die Anforderungen an die Businesssoftware und ihre mobilen Komponenten zu definieren.

Usability mit WebClients

WebClients bieten die Möglichkeit, das ERP-System über den Browser zu bedienen. Das bietet den Vorteil, dass die Clientsoftware nicht mehr auf dem Clientrechner installiert werden muss. Der Aufwand für die Softwareverteilung entfällt. Das ist ein wesentlicher Faktor in Bezug auf die Gesamtkosten (Stichwort TCP, Total Cost of Ownership) des ERP-Systems.

Was das mit Usability zu tun hat? Beim Browser kommen in Bezug auf Usability Fragen hinzu. Es gibt ERP-Lösungen mit gut WebClients, die sich kaum von klassischen Benutzoberflächen unterscheiden. Ausnahmen sind Anwendungen bei denen beispielsweise in der Erfassung bereits umfangreiche Berechnungen stattfinden. Die zusätzlichen Fragestellungen beziehen sich beispielsweise auf den Fall, dass der Rechner, auf dem der Browser läuft, keine Netzverbindung mehr hat. Eine nicht unerhebliche Anforderungen wenn z. B. Verkäuferinnen und Verkäufer ihre Besuchsbericht unterwegs erfassen. Mit HTML 5 besteht heute die Technologie, den WebClient auch für diesen Fall zu rüsten.

Veröffentlicht am 13. Juni 2014
2 Kommentare

[…] bieten selbst Web-Anwendungen diese Möglichkeit (Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag vom “Usability von ERP-Systemen“). Das Menü zeigt jeweils die Menüpunkte an, die in der jeweiligen Situation am häufigsten […]

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