Webshop und E-Commerce mit ERP

E-Commerce

Am ERP-Contest 2014 am 25. November in Bern bekamen fünf ERP-Anbieter die Möglichkeit ihre Webshop Lösung auf der Basis eines vorgegebenen Ablaufs vorzustellen. Dies sind in alphabetischer Reihenfolge die ERP-Anbieter Abacus, acommit, COMARCH, ITML, STEP AHEAD mit Ihren eingesetzten Webshop-Lösungen AbaShop, Acommit-eCommerce, Comarch WebShop, ITML > Webshop und Magento.  Zum Preis von 380.00 CHF (minus beispielsweise 20% XING Rabatt) konnte man sich anmelden, am ERP-Contest teilnehmen und die verschiedenen Lösungen begutachten.

Der E-CommerceReport (ISBN 978-3-03724-150-9, Ralf Wölfle und Uwe Leimstoll, 05.06.2014) fasst zusammen:

In der Schweiz wurden im 2013 für 5.35 Mrd CHF physische Produkte online gekauft, 14% mehr als 2012. Zusätzlich kommen Onlinebestellungen in der Höhe von 200 Mio CHF an grenznahe Paket-Abholstationen im Ausland dazu. Für online eingekaufte Reisen und Dienstleistungen sind in der Schweiz keine aktuellen Zahlen verfügbar. … . In Deutschland sind die Onlineumsätze im 2013 um 41.7% auf 39.1 Mrd Euro gestiegen. Daran haben die Onlinemarkplätze (Amazon und eBay) einen Anteil von zwei Dritteln. Der verschärfte Wettbewerb und erhöhte Anforderungen ziehen weiterhin einen hohen Investitionsbedarf nach sich. Die Mittel dafür werden nicht immer leicht gesprochen. Quelle: E-Commerce-Report Schweiz 2014

Die Themenauswahl „E-Commerce mit ERP und Webshop“ ist sehr aktuell, was auch die Ergebnisse der zitierten Studie zeigen. Damit wäre die Aktualität des Thema sichergestellt, und wie sieht es mit den Erkenntnissen des ganztägigen Besuchs am ERP-Contest aus?

Webshops im Überblick

Die Einladung zum ERP-Contest 2014 verspricht Antworten auf die folgenden drei Fragen:

  • Wer hat den besten Webshop?
  • Was haben moderne Systeme, was Ihre heutige Lösung nicht hat?
  • Wie finden Sie die passende Lösung für Ihr Unternehmen?

Etwas vorneweg: alle am ERP-Contest präsentierten Lösungen erfüllen die grundlegenden funktionalen Anforderungen an einen Webshop. Doch wurden die drei Fragen auch beantwortet? Kennt der Teilnehmer nun den besten Webshop, sind die Differenzen zur heutigen Lösung (wenn bereits vorhanden) zum Vorschein gekommen und haben Sie sogar die für Sie passende Lösung gesehen? Wahrscheinlich müssen wir diese Fragen mit „leider nein“ oder „maximal teilweise“ beantworten. Sind wir ehrlich, dass war doch auch nicht die Erwartung, oder?

Bevor mit der Auswahl des Webshop gestartet werden kann, gilt es wie so oft bei Software-Evaluationen, sich über die Ausgangslage im Klaren zu sein und die strategischen Zielsetzungen zu beantworten. Zur Ausgangslage gehört auch die Analyse der Möglichkeiten auf dem aktuellen ERP-System aufzubauen. Nun werden wir jedoch konkreter. In der Folge erfahren Sie, auf was beim  Leistungsumfang ihres neuen Webshops geachtet werden kann und wir stellen Ihnen dazu 28 mögliche Fragen zur Verfügung.

28 (mögliche) Fragen zu Webshop / E-Commerce Anforderungen

  1. Stehen die Entscheidungen zu den geplanten Vertriebskanälen fest?
  2. Sehen Sie die Notwendigkeit zur dynamische (real-time) Preisfindung?
  3. Soll eine Möglichkeit vorgesehen werden um Artikel zu sperren?
  4. Ist ein Frontend zur Fremdbearbeitung (Bsp. Lieferant) zur Verfügung zu stellen?
  5. Publizieren Sie kundenspezifischen Preise?
  6. Soll die Daten- Aktualisierung automatisiert erfolgen (ohne die Seite manuell neu laden zu müssen)?
  7. Findet ein Export / eine Übermittlung in Preisvergleichsangebote statt?
  8. Wird eine Variantenvorlage, beispielsweise einen Schuhtyp mit den Grössen 37 – 45, eingesetzt?
  9. Wollen Sie Alternativartikel ausweisen?
  10. Kennen Sie die Versandarten und Kosten (Gewicht, Priorität, Verpackungsart, …) die Sie anbieten wollen?
  11. Führen Sie eine Adressüberprüfung eingegebener Bestellungen durch?
  12. Sollen Direktbestellungen (Eingabe der Artikelnummer und direkter Transfer in den Warenkorb) möglich sein?
  13. Ist es von Vorteil, wenn die Auswahl von Artikeln ohne Login stattfinden kann?
  14. Benötigen Sie mobile Bedienfunktionen (evt. über ein App) für beispielsweise den Aussendienst?
  15. Ist die Möglichkeit einen Wunschzettel zu führen von Vorteil?
  16. Soll die Eingabe von Gutschein- Nummern und Rabattcodes möglichen sein?
  17. Bestimmt die Bonitätsprüfung die mögliche Bestellmenge oder Rechnungsart?
  18. Erstellen Sie eine automatische Auftragsbestätigung oder starten Sie entsprechende Workflows?
  19. Führen Sie eine Plausibilitätsprüfung der bestellten Artikel / des Sortiments durch?
  20. Ist eine Produktkonfiguration durch den Kunden sicherzustellen?
  21. Sehen Sie elektronische B2B Abläufe (von ERP-System zu ERP-System) vor?
  22. Sollen Spedititionspapiere und Barcodes abhängig vom Spediteur erstellt werden?
  23. Benötigen Sie eine nachvollziehbare Belegkette mit dem aktuellen Status?
  24. Wollen Sie Track & Trace Nummern mitführen und den Status verfolgen?
  25. Deckt Ihr Webshop auch die Teile Reklamation, Teilrücksendung oder Gutschrift ab?
  26. Richten Sie ein Kunden-Portal ein?
  27. Sollen durch den Kunden selbstständig Subkonten eingerichtet werden können?
  28. Soll die Abgabe von Online Bewertungen, inkl. Möglichkeit dies mit einem Nick-Name durchzuführen, möglich sein?

Der Besuch am ERP-Contest kann eine gute Investition sein, sowohl für Kunden die eine Lösung suchen wie auch für Berater die ihr Wissen aktuell halten wollen. Der Software-Contest ersetzt jedoch definitiv keine Projektarbeit, keine detaillierte Auseinandersetzung mit den Inhalten und bedeutet keine Abkürzung zu einem methodisch korrektem Vorgehen.

Veröffentlicht am 1. Dezember 2014
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